08. Juli 2026 – dpa

Kritik an Sparplänen

Elterngeld-Kürzung? Drese kündigt harten Widerstand an

Elterngeld nur noch für weniger Monate als bisher? Für solche Pläne hat die Sozialministerin von MV kein Verständnis. Sie verweist dabei auch auf Väter in ihrem Bundesland.

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Zu Elterngeld-Sparplänen der Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) findet Mecklenburg-Vorpommerns Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) deutliche Worte.

Mecklenburg-Vorpommerns Sozialministerin Stefanie Drese hat Widerstand gegen Sparpläne von Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) beim Elterngeld angekündigt. «Ich kritisiere scharf die offenbar beabsichtigte Kürzung der Bezugsdauer von derzeit 14 Monaten auf 12 Monate», betonte die SPD-Politikerin. «Die Antwort von Frau Prien auf den bundesweiten Geburtenrückgang ist die Kürzung von Leistungen von jungen Eltern. Das ist Sparpolitik statt Familienpolitik.» Zuvor hatte die «Ostsee-Zeitung» über Dreses Kritik berichtet.

Die staatliche Familienleistung soll nach einem Vorschlag von Prien nur noch 12 statt 14 Monate laufen - und auch nur dann, wenn beide Elternteile jeweils mindestens drei Monate beim Baby zu Hause bleiben. Dafür soll der Mindestbetrag von derzeit 300 auf 330 Euro und der Höchstbetrag von aktuell 1.800 auf 1.900 Euro angehoben werden. Der Koalitionspartner SPD sieht den Vorschlag kritisch und hat bereits Gesprächsbedarf angemeldet.

«Wir biegen da aus meiner Sicht in die völlig falsche Richtung ab», so Drese. «Und wenn man bedenkt, dass 70 Prozent der Väter in MV gar keine Elternmonate nehmen, heißt das im Umkehrschluss, dass der reelle Elterngeldbezug künftig für viele junge Eltern nur noch neun Monate beträgt.» Die Landesministerin sprach von einem familienpolitischen Offenbarungseid und völlig falschem Signal an junge Menschen.

Die Schweriner Landesregierung werde harten Widerstand leisten, würden die Pläne vom Bundeskabinett beschlossen werden. Der Widerstand würde demnach hauptsächlich über den Bundesrat erfolgen. Aber auch in der entsprechenden Fachministerkonferenz und weiteren Gremien wie der Konferenz der Ministerpräsidenten würden die Pläne sicher diskutiert.

In Mecklenburg-Vorpommern wurden im vergangenen Jahr nach offiziellen Zahlen rund 11.000 Elterngeld-Erstanträge sowie knapp 6.000 Änderungsanträge vom zuständigen Landesamt bearbeitet.

Als ausbaufähig bezeichnete Drese die Inanspruchnahme der Vätermonate. Diese bewegten sich seit zehn Jahren unter einem Drittel. Zuletzt hätten nur rund 30 Prozent der anspruchsberechtigten Väter in MV auch Elternzeit genommen. Die Anzahl der Elterngeld-Monate bei Vätern war demnach zuletzt leicht gestiegen - von 3,1 Monaten 2023 auf 3,54 Monate 2025.

Drese ermutigte junge Väter, die Möglichkeiten auch zu nutzen. Mehr Zeit mit dem eigenen Kind zu verbringen, sei eine unbeschreibliche und schöne Erfahrung. Sie appellierte aber auch an Unternehmen, Vätermonate zu ermöglichen, auch wenn das etwa in Handwerksbetrieben bisweilen schwierig sei. Die Firmen bekämen glückliche und top-motivierte Väter zurück.

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