18. September 2026 – dpa
Hamburgs CDU-Chef Thering sieht die schwachen Umfragewerte der CDU in Mecklenburg-Vorpommern als Folge der Bundespolitik. Warum das Zittern um die Fünf-Prozent-Hürde jetzt Realität ist.
Hamburgs CDU-Chef Dennis Thering sieht die miserablen Umfragewerte der CDU Mecklenburg-Vorpommern kurz vor der Landtagswahl als ein Ergebnis der Bundespolitik und der Stimmung im Bund. «Dass wir jetzt zittern müssen, ist bitter», sagte Thering. Damit habe noch vor einem halben Jahr niemand gerechnet, zeige aber, wie abhängig die Länder seien. «Wir sind in der Bundespolitik und die Stimmung auf Bundesebene ist, wie sie ist.»
Am Sonntag wird in Mecklenburg-Vorpommern ein neuer Landtag gewählt. Während sich SPD und AfD in Umfragen ein Kopf-an-Kopf-Rennen liefern, droht die CDU unter die Räder zu kommen. Demoskopen sehe sie derzeit bei nur noch sechs Prozent. «Dass wir da jetzt um die Fünf-Prozent-Hürde kämpfen, das hätte sich, glaube ich, keiner ausgemalt», sagte Thering. Er habe eher damit gerechnet, dass es einmal die SPD treffe, etwa in Bayern oder Sachsen.
Er hoffe sehr, «dass die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern erkennen, dass es am Ende eben nicht reicht, wenn man eine Linke hat und eine AfD». Es sei wichtig, auch Parteien der Mitte zu haben. Er räumte aber ein: «Es ist aus heutiger Sicht mit der Fehlertoleranz und dem Danebenliegen der Demoskopen bei der Wahl in Sachsen-Anhalt nicht ausgeschlossen, dass es dort nochmal sehr, sehr knapp wird.»
Thering gilt nicht als glühender Anhänger von CDU-Bundeschef und Kanzler Friedrich Merz. Aber die Partei habe sich damals für ihn entschieden und ihn Anfang des Jahres mit mehr als 90 Prozent im Amt bestätigt, sagte er. «Und von daher ist er unser Kanzler und er ist unser Bundesvorsitzender, und wir alle sitzen da in einem Boot und haben eine Verantwortung, das Land nach vorne zu bringen, Reformen durchzusetzen.»
Merz dürfe sich nicht von seinem Kurs abbringen lassen, weder von der eigenen Partei noch von der SPD als seinem Koalitionspartner, warnte Thering. Die Bundesregierung müsse funktionieren. «Ansonsten werden wir bei Neuwahlen vielleicht in einer Situation sein, wo die AfD noch stärker wird. Das möchte keiner.»