19. Mai 2022 – dpa

Umwelt

Vergleich der Dienstwagen: Kieler Regierung auf Platz 10

Die Dienstwagenflotte der Jamaika-Regierung in Schleswig-Holstein hat bei einem bundesweiten Umweltvergleich nur mäßig abgeschnitten. Die Dienstwagen von Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) und seine Kabinettskollegen belegen im Ländervergleich lediglich den zehnten Platz. Das geht aus einer am Donnerstag von der Deutschen Umwelthilfe (DUH) in Berlin vorgelegten Auswertung hervor. Im vergangenen Jahr lag die Landesregierung von CDU, Grünen und FDP auf dem neunten Platz. Bewertet wurde der sogenannte «reale CO2-Ausstoß» pro Kilometer, der deutlich über den Angaben der Autohersteller liegt.

Die Dienstwagen des Landesregierung kommen im Schnitt auf 235 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer. Den geringsten Flottenausstoß haben mit 137 Gramm die Dienstwagen des Berliner Senats. Es folgt den Angaben nach Baden-Württembergs mit 198 und Brandenburg mit 203 Gramm des klimaschädlichen Gases pro Kilometer. Das Schlusslicht bildet die Dienstwagenflotte der nordrhein-westfälischen Landesregierung. Diese stößt durchschnittlich 279 Gramm CO2 pro Kilometer aus.

Im Vergleich der Länderregierungschefs landet der dieselbetriebene Wagen von Ministerpräsident Günther mit einem Ausstoß von 259 Gramm CO2 auf Platz 10. Den Spitzenplatz hält der grüne Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann. Dessen Stromer kommt laut Umwelthilfe lediglich auf 70 Gramm CO2.

Das Kieler Kabinett fällt in der Aufstellung insbesondere durch viele rote Ausrufezeichen auf: Von den acht Dienstwagen fahren sechs ganz oder teilweise mit Diesel. Den geringsten CO2-Ausstoß mit 188 Gramm hat das Diesel-Hybrid-Fahrzeug von Finanzministerin Monika Heinold (Grüne). Spitzenreiter mit je 259 Gramm pro sind die Dieselautos von Justizminister Claus Christian Claussen (CDU) und MP Günther.

DUH-Geschäftsführerin Barbara Metz kritisierte, dass die Regierungen statt auf sparsame Elektrofahrzeuge nach wie vor in großer Menge auf Plug-in-Hybride setzten. «Und das, obwohl ihnen bekannt ist, dass diese Fahrzeuge nur auf dem Papier sparsam sind, im realen Betrieb jedoch besonders klimaschädlich.» Die Deutsche Umwelthilfe rechnet regelmäßig aus, wie umweltschädlich Dienstwagen von Politikern sind, mittlerweile bereits zum 16. Mal. Die diesjährige Analyse bezieht sich auf den Zeitraum von Januar bis Mai.

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