21. August 2026 – dpa
Viel Schnee und Regen, ungewöhnlich hohe Benzinpreise und Streiks haben im ersten Halbjahr den Verkehr in Hamburg ausgebremst. Ein Verkehrsmittel ist besonders oft ungenutzt geblieben.
Der Radverkehr in Hamburg hat im ersten Halbjahr 2026 um sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum abgenommen. Das geht aus dem Mobilitätsmonitor der Verkehrsbehörde hervor. Demnach wurde auch beim Autoverkehr ein Minus verzeichnet, allerdings nur um zwei Prozent.
Grundlage der Zahlen sind die Verkehrszählstellen für Kfz- und Fahrradverkehr der Stadt Hamburg, wie es heißt. Für Autos gibt es knapp 300 Zählstellen, für den Radverkehr rund 100. Entsprechende Daten für den Fußgängerverkehr werden nach Angaben des Senats nicht erhoben.
Die Zahl der Fahrgäste beim HVV (Hamburger Verkehrsverbund) verringerte sich um 1,2 Prozent. Im ersten Halbjahr 2026 seien 541,1 Millionen Fahrgäste im HVV unterwegs gewesen, teilte ein Sprecher des Verkehrsbunds mit. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es 547,7 Millionen. Ursächlich für die leicht rückläufige Fahrgastentwicklung seien insbesondere die Auswirkungen der Verdi-Streiks im Spätwinter gewesen, hieß es.
Der Fahrradverkehr könnte unter dem Wetter gelitten haben, wie meteorologische Daten des Mobilitätsmonitors nahelegen. Demnach betrug die Durchschnittstemperatur zwar unverändert 9 Grad, doch die Extreme von 13 Grad Kälte und 39 Grad Hitze lagen im ersten Halbjahr 2026 deutlich über den Werten des Vorjahreszeitraums, als maximal -10 und +34 Grad gemessen wurden. Auch die Zahl der Tage mit Schnee oder Regen stieg von 66 auf 89. Die Niederschlagsmenge erhöhte sich von 171 Millimeter auf 265.
Autofahrer mussten infolge des Iran-Kriegs höhere Spritpreise verkraften. Laut einer im April durchgeführten Umfrage ließ fast ein Drittel der Autofahrer in Deutschland das Fahrzeug öfter stehen. «Bei den unter 30-Jährigen machen das sogar 35 Prozent», berichtete Mitte Juni die Teambank anhand ihres regelmäßig erhobenen «Liquiditätsbarometers».