07. Juli 2026 – dpa

Altlast

Munitionsbergung aus dem Meer – Millionen für neues Zentrum

Mehr als 1,6 Millionen Tonnen Kriegsmunition liegen noch immer vor der deutschen Küste im Meer. Jetzt hat der Bund finanzielle Mittel für die nächsten Jahre zugesagt.

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Neben Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig nahmen auch Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (r) und Bundesumweltminister Carsten Schneider (l) an der Kabinettssitzung teil., Foto: Carsten Koall/dpa

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) hat die Zusage des Bundes begrüßt, langfristige finanzielle Mittel für die Munitionsbergung aus dem Meer bereitzustellen. «Die Finanzierung für das neue Kompetenzzentrum für die Munitionsbergung ist gesichert», sagte Schwesig nach einer auswärtigen Kabinettssitzung ihrer Landesregierung in Berlin. Der Bund habe Mittel für die kommenden sechs Jahre zugesagt, sodass mit der Munitionsräumung begonnen werden könne.

Das neue Kompetenzzentrum des Bundes in Rostock zur Munitionsbergung aus dem Meer soll die Bergung von insgesamt 1,6 Millionen Tonnen Kriegsmunition in deutschen Hoheitsgewässern vorantreiben. Ein Aufbaustab arbeitet nach Angaben des Bundesumweltministeriums bereits. Ab Mitte 2028 soll auch eine schwimmende Industrieplattform eingesetzt werden.

Die Bundesregierung unterstützt die Bergung bisher mit einem Sofortprogramm, zu dem sie 100 Millionen Euro beisteuert. Nun sei das Vorhaben auch langfristig finanziert, sagte Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD), der ebenfalls an der Kabinettssitzung teilnahm. «Für die darauffolgenden Bergungskosten, also die Unterhaltskosten, stehen 50 Millionen Euro jährlich zur Verfügung.»

Schwesig nannte die Finanzierungszusage ein wichtiges Signal auch für den Umwelt- und Klimaschutz, es gehe um eine saubere Ostsee. «Wir haben keine Zeit mehr. Das Zeug rostet vor sich hin in der Ostsee und ist wirklich giftig. Und deswegen fangen wir jetzt an.»

«Es wird noch ein bisschen dauern, um genau zu sehen, wie viel pro Jahr auch tatsächlich geborgen werden kann», sagte Schneider. Der Bund werde als Erstes in Vorleistung treten und die Finanzierung sicherstellen und dann mit den Ländern in Gespräche gehen. Man werde alles daran setzen, die Ostsee so schnell wie möglich von der Altlast zu befreien. Er sprach von 300.000 Tonnen Munition allein in der Ostsee. «Die Uhr tickt.»

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