31. August 2025 – dpa
Feuchtes Wetter hat im Sommer teils für volle Pilzkörbe gesorgt. Das bekam auch der Giftnotruf in Erfurt zu spüren, den insbesondere im August mehr Anfragen erreichten.
Die Zahl der Anfragen zu Pilzvergiftungen ist in diesem Sommer deutlich gestiegen. Das geht aus aktuellen Zahlen des Gemeinsamen Giftinformationszentrums der Länder Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen in Erfurt hervor. Demnach gab es allein im August 62 Anrufe wegen des Verdachts auf eine Vergiftung nach dem Verzehr gesammelter Pilze. Das waren fast dreimal so viele wie im Vorjahresmonat (21). Die meisten Anfragen kamen aus Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern. Als Grund sehen Fachleute das vorangegangene feuchte Wetter.
Im ersten Halbjahr 2025 wählten 151 Menschen wegen einer vermuteten Pilzvergiftung den Giftnotruf. Im vergleichbaren Vorjahreszeitraum waren es 111. Die Hauptsaison für Speisepilze wie Steinpilze, Maronen oder Hallimasch geht von September und teils bis in den November. In dieser Zeit steigt - je nach der Witterung - auch das Anrufaufkommen beim Giftnotruf.
Von den giftigen Pilzen standen den Angaben nach in den diesjährigen Beratungen besonders Heudüngerling, Rißpilze, Pantherpilz, Karbolegerling und Knollenblätterpilze im Vordergrund. Einige Arten wie der Heudüngerling, der häufig auf Wiesen wächst und öfter von Kleinkindern ausprobiert wird, verursachen nur leichte Magen-Darm-Beschwerden. Hingegen können Knollenblätterpilze - die den Giftstoff Amanitin enthalten - heftiges Erbrechen, Durchfall und tödlich verlaufende Vergiftungen auslösen.
Wie in den Vorjahren konnte den Angaben nach nicht in jedem Fall die Pilzart eindeutig bestimmt werden. Besonders häufig kommt es zu Verwechslungen zwischen essbaren und giftigen Arten – etwa zwischen Perlpilz und Pantherpilz oder zwischen Champignons und dem Karbolegerling.