31. August 2025 – dpa
Das Interesse an einer Einbürgerung in Hamburg ist weiter hoch. Doch man braucht Geduld. Denn bis man seinen Pass tatsächlich in der Hand hat, dauert es nach Senatsangaben rund 14 Monate.
Das Interesse an einer Einbürgerung ist in Hamburg weiter hoch. Gleichzeitig steigt die Bearbeitungszeit. So wurden in diesem Jahr bis Mitte August bereits 10.541 neue Einbürgerungsanträge gestellt, wie es in der Senatsantwort auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion heißt. Damit seien nun 31.539 Einbürgerungsverfahren und 233 Untätigkeitsklagen offen. Tatsächlich vollzogen worden seien 7.369 Einbürgerungen.
«Der rot-grüne Senat schiebt einen Bearbeitungsberg mit einer Wartezeit von 14 Monaten vor sich her», sagte die fluchtpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Carola Ensslen. Und obwohl nicht mit einem Nachlassen des Interesses zu rechnen sei, unternehme der Senat keine weiteren Schritte. «Auch bei den so wichtigen Ermessenseinbürgerungen etwa für Menschen mit Handicap sehe ich wenig Engagement.» All das koste Zeit und sei belastend für die Betroffenen.
Ensslen beklagte auch eine fehlende Beratung der Betroffenen durch die Stadt. «Es spart viel Arbeit, wenn unbegründete Anträge nicht gestellt werden oder Anträge nicht unnötig abgelehnt werden müssen.» Doch genau da sei Hamburg schlecht aufgestellt.
So kamen die Einbürgerungslotsen den Angaben zufolge nur 42-mal zum Einsatz und im Projekt «Ich bin Hamburger» fanden nur 192 Erst- und 18 Folgeberatungen statt - und das bei einem nur zu 5,7 Prozent ausgeschöpften Einbürgerungspotenzial der Migrantinnen und Migranten, die mindestens zehn Jahre in Deutschland leben, betonte die Linksfraktion.