31. August 2025 – dpa

Manöver auf der Ostsee

Vorsicht Kriegsschiff – Segler müssen vor Kiel aufpassen

Die Sicherheitslage im Ostseeraum hat sich durch die Konfrontation mit Russland verändert. Streitkräfte trainieren beim Manöver «Northern Coasts» die Bündnisverteidigung. Was das für Segler bedeutet.

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Mehr als 8.000 Soldaten trainieren in der Ostsee den Ernstfall. (Archivbild), Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

Freizeitskipper müssen am Montag in der Kieler Bucht wegen des Starts eines Manövers besonders aufmerksam navigieren. Vor dem von der Deutschen Marine geleiteten Großmanöver «Northern Coasts» appelliert die Marine, aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens, einen möglichst großen Abstand zu Kriegsschiffen halten. «Des Weiteren empfehlen wir, auf Flaggen-, Schall- und sonstige Manöversignale zu achten und hörbereit per Sprechfunk zu sein.»

An dem bis 12. September dauernden Manöver beteiligen sich nach Marineangaben etwa 8.400 Soldatinnen und Soldaten und rund 40 Einheiten aus 14 Nationen. Für die Deutsche Marine sind neben Schiffen, auch Unterwassereinheiten sowie Marineflieger und Marinesicherungskräfte im Einsatz. Ein Großteil der Schiffe und Boote versammelt sich zum Auftakt in Kiel und läuft am Montagvormittag aus.

Auch die Ostseeanrainerstaaten Schweden, Finnland, Dänemark, Polen, Estland, Lettland und Litauen sowie Frankreich, Großbritannien, USA, Belgien, Niederlande und Kanada nehmen teil. «Northern Coasts» findet seit 2007 jährlich auf Initiative der deutschen Marine statt.

Nach Marineangaben nimmt «Northern Coasts» in der Übungsserie Quadriga, bei dem Nato-Partner den Schutz des Ostseeraums im Krisen- beziehungsweise Kriegsfall üben, eine Schlüsselrolle ein. Bei Quadriga geht es etwa um die Verlegung von Truppen und Gerät auf dem See-, Land- und Luftweg an die Nato-Ostflanke nach Litauen. Außerdem will die Nato Präsenz in dem Seegebiet zeigen.

Mit «Northern Coasts» als Schwerpunktübung unterstreiche Quadriga 2025 den Willen und die Entschlossenheit, das Nato-Bündnisgebiet, insbesondere den maritimen Ostseeraum, zu verteidigen, wurde Konteradmiral Stephan Haisch in einer Mitteilung zitiert. Er führt den internationalen Marineverband.

«Wir verfolgen das Ziel, die Zusammenarbeit und die militärischen Fähigkeiten der Marinen in der Ostsee zu stärken. Dabei setzen wir konsequent auf realistische Bedrohungsszenarien aus allen Dimensionen: Luft, Land, Wasser und auch Cyber», sagte Haisch. Praxisnahe Ausbildung solle die Reaktions- und Einsatzfähigkeit im Krisen- und Konfliktfall steigern.

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