18. September 2026 – dpa
Nach erneuten Ausfällen der Schleifähre «Missunde III» fordert die FDP ein klares Bekenntnis zum Neubau – der Verkehrsminister mahnt zur Vorsicht.
Die Schleifähre «Missunde III» ist am Morgen kurzzeitig nicht im Betrieb gewesen. Schuld war, dass die elektrische Fähre in der Nacht nicht geladen werden konnte, aufgrund eines Problems mit einem Ladekabel, sagte Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen im Landtag in Kiel. «Es passieren im Leben auch Fehler», betonte der CDU-Politiker. Seit Mittag sei der Verkehr wieder aufgenommen worden. Bereits Anfang der Woche hatte ein menschlicher Fehler zu einem kurzen wiederholten Ausfall der Fähre geführt.
Damals gab es ein Problem mit einer Pumpe, der für die Kühlung der Querstrahlruder zuständig war. «Es ist wohl so, dass diese Pumpe verbaut worden ist mit Schutzfolie», erklärte der Minister. Die Nichtkühlung führte dazu, dass es einen Alarm gab und die Fähre nicht betrieben werden durfte. Die Pumpe wurde schließlich ausgetauscht und am Donnerstag fuhr die Fähre wieder. Aufgrund dieses Ausfalls hatte die FDP-Fraktion das Thema mit einem Dringlichkeitsantrag zum Thema im Landtag gemacht.
Die elektrisch betriebene Fähre hatte erst Ende April mit einer Verzögerung von zwei Jahren den Betrieb aufgenommen. Seitdem gab es bereits mehrere ungeplante Unterbrechungen. Zuletzt war der Betrieb am Dienstmorgen wegen eines technischen Defekts vorerst ausgesetzt worden. Zuvor war die «Missunde III» etwas mehr als einen Monat lang durchgängig gefahren.
Ende Juli hatte wegen der Pannenserie Verkehrsminister Madsen die Reißleine gezogen. Eine ursprünglich erst nach der Sommersaison geplante Überprüfung beginne sofort, teilte Madsen damals mit. Neben einer dauerhaften technischen Lösung für die «Missunde III» sollten auch die Reaktivierung der alten Fähre «Missunde II» und ein kompletter Neubau geprüft werden.
Der FDP-Abgeordnete Bernd Buchholz kritisierte, dass seit der Ankündigung des Ministers für einen Neubau Ende Juli, davon nichts mehr zu hören sei. Stattdessen gehe es nur noch darum die «Missunde II» betriebsbereit zu machen. «Dass sie dauerhaft hält, glauben wir alle nicht», betonte der ehemalige Wirtschaftsminister.
Er forderte ein klares Signal der Landesregierung, dass eine neue Fähre geplant und in Auftrag gegeben werde. «Und wenn das der LKN (Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz, Anmerkung der Redaktion) es nicht kann, wofür übrigens viel dauerhaft spricht, dann ist es eben ein externer Planer, der daran gesetzt werden muss.» Ein dauerhaftes Einsetzen der «Missunde II» ohne Neubau könne hingegen dazu führen, dass über Monate oder Jahre keine Fährverbindung vorhanden ist.
Verkehrsminister Madsen hingegen warte derzeit erst einmal auf die Fehlerliste der «Missunde II». Erst dann könne eingeschätzt werden, wie lange das Schiff eine Fährgenehmigung bekomme. Er warnte hingegen vor einem «Schnellschuss», sondern wolle zuerst mit den Menschen vor Ort sprechen, was genau gebraucht werde.
Der Dringlichkeitsantrag der FDP wurde mit den Gegenstimmen von CDU und Grünen abgelehnt. Die Liberalen stimmten sowie SPD und SSW für ein sofortiges in Auftrag geben einer Fähre.